|
Besetzung Julie: Rebecca Drohla, Jean: Moritz Keller, Kristin: Kerstin Reichelt , Regie, Bühne: Kerstin Reichelt, Kostüme: Rebecca Drohla, Programmheft, Plakate: Kerstin Reichelt, Musik: Fabian Jung, Charles Felix O´Neil, Michael Wiedmann, Oliver Moor (Aufnahme)
|
Fräulein Julie August Strindberg Fräulein Julie ist das, auf deutschen Bühnen meist gespielte Stück des Schweden August Strindberg. Dieses 1888 in nur 2 Monaten geschriebene Trauerspiel gilt als ein Meilenstein in der naturalistischen Dramatik. Mittsommernacht, auf einem Herrschaftssitz wird ausgelassen gefeiert. Julie die stolze, mannstolle und zugleich männerverachtende Tochter des Hausherren, kokettiert aufreizend frech und spielerisch beim Tanz mit dem ehrgeizigen Diener Jean. Der zuerst noch widerstrebend, dann aber immer bereitwilliger erwidert Jean ihre Annäherungsversuche und nimmt sie schließlich, einem schnellen Abenteuer nicht abgeneigt, mit auf sein Zimmer.. Doch nach dem Rausch folgt die Ernüchterung. Julie fühlt sich entehrt und gedemütigt, Jean ist zunächst ratlos. Fluchtpläne werden geschmiedet – und wieder verworfen, denn eine Liaison zwischen Herrin und Diener ist unmöglich. Die gereizte Stimmung eskaliert: Auf Julies „Knecht ist Knecht“ schleudert ihr Jean verächtlich entgegen: „Und Hure ist Hure!“ Er kostet seinen Triumph aus. Julie wird ihm lästig, zumal seine Verlobte, die zielbewusste und von Berufsstolz erfüllte Köchin Kristin, ihre älteren Rechte durchaus zu wahren versteht. Verzweifelt ergreift Julie schließlich das Rasiermesser – und verlässt das Haus.... Und zu diesem Zweck habe ich ein Motiv gewählt oder mich von ihm ergreifen lassen, von dem man sagen kann, daß es außerhalb der Parteikämpfe des Tages liegt, weil das Problem vom sozialem Aufstieg oder Fall, vom Höheren oder Niederen, Besser oder Schlechter, Mann oder Frau, von dauerndem Intersse ist, war und bleiben wird. |
||