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Zicken-Alarm im Reich der Götter
Das Ensemble Ars Bene Agendi zeigt „Der Zankapfel" im Tübinger Brechtbau
TÜBINGEN (zie). Sind die Götter verrückt - oder nur gar zu menschlich? So oder so, die Theatergruppe Ars Bene Agendi zeigt in ihrem neuen Stück den ehrbaren griechischen Olymp als Tollhaus der Unsterblichen. „Der Zankapfel" heißt die Eigenproduktion des Studenten-Ensembles, das am Montagabend im Brechtbau-Theater Premiere feierte.
Der Titel ist Programm. So entzündet ein goldener Apfel ein wahres Zicken-Duell. Denn dieser soll der schönsten Göttin gehören. Doch wer, zum Zeus, ist das? Die eifersüchtige Hera fordert die Ehre ebenso wie die schnippische Athene und die geltungssüchtige Aphrodite.
Das Resultat: Die Menschen dürfen für den göttlichen Zwist bluten - volle zehn Jahre in der legendären Schlacht um Troja. Das Stück lehnt sich an Homers „Ilias" an: Das Epos des griechischen Dichters verwandelte das Ensemble in eine Persiflage, bei der
den göttliche Befindlichkeiten mehr Beachtung zufallt als dem blutigen Kampf der Griechen und Trojaner.
So räkeln sich Zeus, Hermes, Apollo und die zänkischen Göttinnen in auf-blasbaren Sofas auf der Bühne. Die Schlacht wird zur Mauerschau: Eine himmlische Luke öffnet den Blick für die Schaulustigen. Da durch blickend kommentieren die Götter das Gemetzel wie die Szenen einer Vorabendserie. Flotte Kommentare und launische Diskussionen machen die Runde, es wird gezankt, intrigiert und getrixt.
Unterbrochen wird das göttliche Tohuwabohu durch die Passagen eines Erzählers, episch gespielt von Hannes Hornbacher. Ein antiker Berichterstatter und sein Schreiber (Anne Thoma und Ulrich Beck) betrach-ten dagegen das Geschehen aus der Nähe - mal im Stil eines Kommentators, mal mit einem Schemel über den Kopf wenn die Schlacht zu nahe kommt. Nele Schönau führte für den „Zankapfel" nicht nur die Regie, sie schrieb auch den Text für das knapp anderthalbstündige Stück. „Wir wollten was witziges draus machen," sagt die Rhetorik-Studentin. Deshalb solle „der Zankapfel, nicht Brad Pitt im Vordergrund stehen". Letzterer spielte im letztjährigen Hollywood-Streifen „Troja" die Rolle des Helden Achilles. Die knapp 40 Zuschauer hatten ihren Spaß, auch wenn die ein oder andere Pointe nicht zünden wollte. So manche Zänkerei hatte ihre Längen, doch spielten die Göttinnen (Patritizia Mascolo, Franziska Bienek und Maja Brandl) ihre Rede-Duelle überzeugend. Star des Abends war aber Elea Schönau. Die 4-jährige Tochter der Regisseurin überzeugte als Pausen-Nymphin und erntete begeisterten Szenen-Applaus.
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